Fragen - FAQ

Falls Sie eigene Fragen haben oder detailliertere Antworten wünschen:
Schicken sie eine Mail an oder benutzen Sie das Frageformular. Danke.

Antworten auf häufig gestellte Fragen über den Islam:

 

 

 Was bedeutet Jihad?
 

Der Begriff "Heiliger Krieg" stammt nicht aus dem Islam, weder der Koran, noch die Ahadith, noch andere Quellen kennen eine Zusammensetzung von "heilig" und "Krieg". Offensichtlich kommt diese Bezeichnung aus dem Christentum, aus der Zeit der Kreuzzüge.

Das Wort des Islams, das im Westen mit "Heiliger Krieg" übersetzt wird, lautet "Jihad". Wörtlich übersetzt bedeutet "Jihad": sich mühen, auf dem Pfade Gottes streben, Anstrengungen unternehmen.

Gemeinhin wird es für identisch mit einer gewaltsamen Ausbreitung des Islams gehalten.

In der Tat aber lehrt der Koran absolute Glaubens- und Gewissensfreiheit. So heißt es u.a. in Sure 2:257:

"Es soll kein Zwang sein im Glauben. Gewiss, Wahrheit ist nunmehr deutlich unterscheidbar von Irrtum; wer also sich von dem Verführer nicht leiten lässt und an Allah glaubt, der hat sicherlich eine starke Handhabe ergriffen, die kein Brechen kennt; und Allah ist allhörend, allwissend."

Und an anderer Stelle, in Sure 18 Vers 30:

"Und sprich: "Die Wahrheit ist es von eurem Herrn: Darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will." An vielen anderen Stellen im Koran wird betont, dass der Prophet und die Muslime kein Recht haben, andere mit Gewalt zum Glauben zu bringen. In der Tat wird auch von westlichen Orientalisten anerkannt, dass es in der Geschichte des Islams keine Zwangsbekehrungen gegeben hat. Krieg als Mittel der Politik diente der Selbstverteidigung und der Aufrechterhaltung der Glaubensfreiheit:

"Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah - und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen -, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: "Unser Herr ist Allah". Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig." (22:40-41)

Dennoch sorgen sowohl Muslime, die meinen, mit Gewalt an ihr Ziel kommen zu dürfen, als auch westliche Interpreten des Korans für Schlagzeilen. Sie berufen sich dabei auf Passagen aus dem Koran, in denen davon die Rede ist, dass die Muslime kämpfen sollen. Indes müssen diese Verse im Zusammenhang mit den Geboten gesehen werden, die hinsichtlich der Glaubensfreiheit und der Kriegsführung aufgestellt wurden. Betrachten wir die Verse, die zum Kampf auffordern, im Licht der anderen Verse, jener, die für Toleranz eintreten, erkennen wir, dass es sich dabei um einen Aufruf handelt, in Zeiten, da die Muslime zum Verteidigungskrieg gezwungen werden, nicht aus Feigheit zurückzustehen. Auf keinen Fall dürfen sie so interpretiert werden, als seien die Christen und andere Nichtmuslime zu allen Zeiten Freiwild, als sei der "Jihad" eine Aufforderung, mit Gewalt die Welt zum Islam zu bekehren.

Die Praxis des Propheten Mohammad (saw) steht dem ebenfalls entgegen. In einem Hadith lesen wir, dass während einer Kampfeshandlung ein Muslim einen Heiden mit dem Tode bedrohte. Der Heide äusserte daraufhin das Glaubensbekenntnis des Islams. Der Muslim tötete ihn dennoch. Als er dem Propheten Mohammad (saw) davon berichtete, war jener sehr ärgerlich über dessen Vorgehen. Als der Muslim sich entschuldigte und sagte, der Heide habe das Glaubensbekenntnis nur geäussert, um dadurch dem Tod zu entgehen, entgegnete der Prophet, dass es dem Muslim nicht möglich sei, in das Herz des anderen zu schauen. Wenn jemand das Glaubensbekenntnis äussert, muss ihm zunächst geglaubt werden.

Kurzum, wer im Namen des Islams heutzutage Terrorakte begeht und den Frieden im Land bricht, obwohl Glaubensfreiheit herrscht, macht sich einer Verunglimpfung und Verachtung des Islams schuldig, da die Verse, die vom Kampf sprechen, nicht aus dem Zusammenhang herausgerissen werden dürfen.

Der Prophet Mohammad (saw) hat einmal sehr deutlich erklärt, was "Jihad", also streben auf dem Wege Gottes, eigentlich ist.

Als er einmal von einer Expedition gegen Feinde zurückkam, sagte er: wir kommen aus dem kleinen Jihad und gehen in den großen Jihad. Gemeint ist damit, dass der eigentlich Jihad, der so genannte grosse Jihad (Jihad Akbar), der Kampf gegen die eigenen niederen Leidenschaften ist. Unter dem kleinen Jihad (Jihad Saghir) versteht man den Einsatz des Körpers, den Kampf mit der Waffe gegen jene, die den Islam ausrotten wollen (so sie selbst zur Waffe greifen). Der so genannte mittlere Jihad (Jihad Kabir) ist die Verbreitung des Islams mit dem Wort. Dazu heisst es im Koran:

"So gehorche nicht den Ungläubigen, sondern eifere mit ihm (dem Koran) wider sie in grossem Eifer "jihad kabir" (53:52). Und an anderer Stelle heisst es: "Rufe auf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiss am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt am besten jene, die rechtgeleitet sind. Und wenn ihr (die Unterdrücker) zu strafen (wünscht), dann bestraft sie in dem Maße, wie euch Unrecht zugefügt wurde; wollt ihr aber Geduld zeigen, dann ist das wahrlich das Beste für die Geduldigen." (16:126-127).

Im Wesentlichen aber soll der Muslim versuchen, seine Feinde durch Liebe und Gutes Tun zu gewinnen:

"Gut und Böse sind nicht gleich. Wehre (das Böse) ab mit dem, was das Beste ist. Und siehe, der, zwischen dem und dir Feindschaft war, wird wie ein warmer Freund werden. Aber dies wird nur denen gewährt, die standhaft sind; und keinem wird es gewährt als dem Besitzer grossen Seelenadels." (41:35-36)

   
 
zurück zur Übersicht       

 

 Was ist die Stellung der Frau im Islam?
 

FRAGE: Wie erklären Sie den Widerspruch, dass einerseits der Koran der Frau volle Gleichberechtigung einräumt und andererseits die Frau in allen islamischen Ländern eine völlig untergeordnete Stellung einnimmt?

ANTWORT: Was Sie über die Stellung der Frau in den «muslimischen» Ländern schreiben, entspricht leider den Tatsachen, wird aber nicht vom Islam gelehrt. Wenn in einem Lande Frauen unterdrückt werden, so ist das nicht nur unislamisch, sondern auch unmenschlich. Auch vor der Ankunft des Islams (im 6. und 7. Jahrhundert wurden die Frauen verkauft und misshandelt und als Ware behandelt (wie übrigens auch bis zum letzten Jahrhundert in Europa. Der Islam hob die Frau zu einem der menschlichen Gesellschaft würdigen Status empor. Das war nicht leicht, aber der Islam brachte es in kürzester Zeit fertig. Der Prophet Mohammad, mit welchem der Friede Gottes sei, erklärte, die Frauen seien von nun an erb- und eigentumsberechtigt. Diese Erklärung leitete eine Umwälzung der Weltanschauung ein und änderte das Gesicht der Gesellschaft, denn keine religiöse Lehre vor dem Islam hatte die Rechte der Frau anerkannt. Nach dem Koran erbt die Frau von den Eltern, den Geschwistern, vom eigenen Mann und von den Kindern. Zudem ist sie nicht verpflichtet, die Familie zu unterhalten. Sie darf also arbeiten und das verdiente Geld für sich allein behalten; sie muss es nicht mit ihrem Mann teilen, der für ihren Unterhalt und dem der Kinder zu sorgen hat. Der Mann legt für seine Braut bei der Eheschliessung einen seinen Verhältnissen entsprechenden Betrag auf die Seite, über welchen die Frau allein zu verfügen hat. Wenn dieser schöne Brauch in einigen Teilen der Welt heute durch die verwerfliche Sitte ersetzt worden ist, wonach der Brautvater vom Bräutigam einen Kaufpreis verlangt, so zeugt dieser Umstand vom Grad der Verderbtheit, den die «Muslime» erreicht haben. Wenn die Heirat mit der Einwilligung der Eltern erfolgt, so nur um die Interessen der Frau zu wahren (in Härtefällen wahrt das Gericht die Rechte der Frau.) Auch darf die Tochter ohne ihr Jawort nicht verheiratet werden. In der heutigen Gesellschaft, wo das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern erschüttert ist, mag das seltsam erscheinen, aber es ist ein gesundes System, gedacht für normale Familienverhältnisse.

Über die gute Behandlung der Frau sagte der Prophet Mohammad (saw): «Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt.» Weiter legte er den Männern ans Herz: «Die Frau ist zerbrechlich wie Glas, daher sollen die Männer die Frauen mit Schonung und Zärtlichkeit behandeln, als hätten sie einen gläsernen Gegenstand in den Fingern.»

Diese tiefe Wahrheit sagte der Islam einem unzivilisierten Wüstenvolk vor über 1400 Jahren!

Der Islam legt besonderen Wert auf die gute Erziehung und Bildung der Mädchen. Der Prophet sagte:

«Wer eine Tochter gut aufzieht und ihr eine gute Bildung angedeihen lässt, erwirbt dadurch das Paradies.»

Neben der Gleichberechtigung der beiden Geschlechter gibt es das dem Manne zustehende Amt als Familienvorstand mit der entsprechenden Verantwortung. Das Wort «Gleichheit» ist eigentlich nicht zutreffend, eher irreführend, wird aber dank seiner Anziehungskraft überall gebraucht. In der Tat sind Mann und Frau nicht gleich, sondern verschieden. Unter «Gleichheit» sollte verstanden werden, dass beide Teile eines Ganzen sind und keiner über den anderen herrsche. Mann und Frau ergänzen sich gegenseitig, aber für ein reibungsloses Funktionieren in der Familie ist es in der Regel unerlässlich, dass der Mann die Führung hat. Der Koran scheut sich nicht, solche Grundwahrheiten auszusprechen, auch wenn sie zuweilen befremdend klingen: denn er ist eine Lehre für alle Zeiten und für alle Lagen.

Die «Emanzipation» der Frau nahm durch den Islam ihren Anfang, und zwar zu einer Zeit, in der man im Westen andere Begriffe über die Frauenrechte hatte. Heute sind die «Muslime» von ihren einstigen Höhen herabgesunken, und die Gerechtigkeit verlangt, dass sie nicht als Beispiel für die Lehre des Islams angeführt werden dürfen. (S. N. Ahmad)

   
 
zurück zur Übersicht       

 

 Warum ist Konsum von Schweinefleisch verboten?
 

Ähnlich wie im Judentum gilt das Schwein im Islam als ein Tier, dessen Verzehr nicht gestattet ist, es sei denn, sein Genuss ist unumgänglich, um jemanden vor dem Hungertod etc. zu bewahren.

Der Koran sagt:

"Verboten ist euch das von selbst Verendete sowie Blut und Schweinefleisch und das, worüber ein anderer Name angerufen ward als Allahs; das Erdrosselte; das zu Tode Geschlagene; das zu Tode Gestürzte oder Gestossene und das, was reissende Tiere angefressen haben, ausser dem, was ihr geschlachtet habt; und das, was auf einem Altar (als Götzenopfer) geschlachtet worden ist; auch dass ihr euer Geschick durch Lospfeile zu erkunden sucht. Das ist Ungehorsam. Heute sind die Ungläubigen an eurem Glauben verzweifelt, also fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich. Heute habe Ich eure Glaubenslehre für euch vollendet und Meine Gnade an euch erfüllt und euch den Islam zum Bekenntnis erwählt. Wer aber durch Hunger getrieben wird, ohne sündhafte Absicht - dann ist Allah allverzeihend, barmherzig." (5:4)

Dies war der vorletzte Teil aus dem Koran, der dem Propheten Mohammad (saw) offenbart wurde, er starb nur 62 Tage danach.

An anderer Stelle im Koran finden wir als Begründung dafür, warum das Essen von Schweinefleisch verboten ist, die Aussage, dass das Schwein "unrein" ist (6:146).

Dieses Verbot gründet sich nicht allein auf die Möglichkeit, dass das Schweinefleisch durch Trichinen verseucht sein kann, was in den heissen Ländern, in denen Islam sich zuerst verbreitete, oft der Fall ist. Hingegen liegt dem Verbot eine Ernährungsphilosophie zugrunde, die davon ausgeht, dass jedes Nahrungsmittel auf eine gewisse Weise bestimmte Moralverhalten im Menschen stärke oder schwäche. Konkret, dass durch die Aufnahme von Nahrung das moralische Verhalten des Menschen beeinflusst wird. Das Schwein gilt als Tier, das schamlos ist. Es ist ein Allesfresser, frisst auch das Fleisch von Artgenossen, es hat zudem Neigungen zu einem ausschweifenden Sexualleben und zur Homosexualität.

Westliche Wissenschaftler haben die "Unreinheit" des Schweinefleisches in dem Sinne bestätigt, dass sie herausgefunden haben, dass das Schweinefleisch vom Ernährungsstandpunkt aus gesehen die niedrigste Qualität von allen Fleischsorten hat.

Das Schwein gilt zudem in allen Teilen der Welt als "faules" Tier, sein Name wird als Schimpfwort benutzt, man spricht von Schweinereien und vom schweinischen Charakter. All das macht deutlich, dass das Verbot des Verzehrs von Schweinefleisch philosophische und ernährungstechnische Ursachen hat. (H. Hübsch , Islam 99)

   
 
zurück zur Übersicht       

 

 Warum ist Alkohol verboten?
 

In vorislamischen Zeiten waren Trinkgelage bei den Arabern sehr häufige Ereignisse, Trinken galt als gesellschaftlich ehrenvolle Tätigkeit. Dem Propheten wurde zunächst offenbart, dass Alkohol schlechte Wirkungen hat und dass demzufolge sein Genuss nicht förderlich für die Erlangung eines hohen Charakters sei. In der Sura 2: Vers 220 heisst es:

"Sie fragen dich über Wein und Glücksspiel. Sprich: "In beiden ist grosses Übel und auch Nutzen für die Menschen; doch ihr Übel ist grösser als ihr Nutzen."

Das Wort, das der Koran für "Wein" benutzt, heisst "Khamr" und steht für alle Mittel, die berauschend wirken, also auch für Drogen wie Haschisch, Opium, Heroin etc.

Die anfängliche Einschränkung des Genusses machte später einem prinzipiellen Verbot des Alkohols und der Drogen Platz. In den späterhin offenbarten Versen in der 5. Sura heisst es:

"O die ihr glaubt! Wein und Glücksspiel und Götzenbilder und Lospfeile sind ein Gräuel, ein Werk Satans. So meidet sie allesamt, auf dass ihr Erfolg habt. Satan will durch Wein und Glücksspiel nur Feindschaft und Hass zwischen euch erregen, um euch so vom Gedanken an Allah und vom Gebet abzuhalten. Doch werdet ihr euch abhalten lassen?"

Es ist berichtet, dass an dem Tag, als das Verbot des Alkohols offenbart wurde, in den Strassen Medinas der Wein in Strömen floss, da die Gläubigen das Verbot sofort in die Tat umsetzen und den vorhandenen Wein unschädlich machen. Warum Alkohol und Drogen im Islam verboten sind, liegt auf der Hand. Ihr Effekt ist, von einer möglichen kleinen Aufmunterung abgesehen, in der Regel für den einzelnen wie für die Gesellschaft höchst Verderben bringend. Die Probleme, die der Westen mit diesen berauschenden Mitteln hat, sind allseits bekannt. Wenn es auch der Fall sein mag, dass vereinzelt Menschen leben, die mit diesen Rauschmitteln umgehen können, ohne ihrem schädlichen Einfluss zu unterliegen oder gar von ihnen abhängig, d.h. süchtig zu werden, so sind solche Menschen doch vom Islam gehalten, auf ihr Vergnügen um der Gesamtheit der Gesellschaft willen zu verzichten. (H. Hübsch , Islam 99)

   
 
zurück zur Übersicht