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Khalifat-ul-Massih IV Drucken
Montag, 24. November 2008 um 13:29
Hadhrat Mirza Tahir Ahmadra wurde am 28.12.1928 in Qadian geboren. Auch er war, wie Khalifatul Massih IIIra, ein Sohn von Khalifatul Massih IIrz.
Er besass ein  aussergewöhnlich grosses Wissen, welches er weltweit in all seinen Frage-Antwort Sitzungen mit Professoren, Intellektuellen, Theologen und einfachen Bürgern immer wieder liebenswürdig und überzeugend darlegte. Ausserdem gab er sein Wissen während seiner zahlreichen Sendungen auf Muslim TV Ahmadiyya, wie Dars-ul-Koran (Koranauslegung) oder den Mulakat-Sendungen (Audienz) an die Jamaat weiter.
Er war ein gewandter Redner, der die Zuhörer in seinen Bann zog und starke Emotionen hervorrufen konnte. Jemand, der geistreiche Gedichte schrieb und in seinen frühen Tagen Parfum herstellte. Ein Sportler, der bis ins hohe Alter Sport trieb und unter anderem mit Squash und Badminton seinen Körper fit hielt.
Hadhrat Mirza Tahir Ahmadra war ein höchst inspirierter Schriftsteller, der zahlreiche Bücher verfasste, unter anderem Meisterwerke wie „Offenbarung, Vernunft, Wissen und Wahrheit“ und „Murder in The Name of Allah“(Mord im Namen Allahs). Er verfassete darüber hinaus eine neue Übersetzung des Heiligen Koran ins Urdu und war ein weltweit angesehener Arzt der Homöopathie, der auf wunderbare Weise chronisch Kranke durch seine Behandlung heilte.

Bildung

Seine Grundschulausbildung erhielt er in Qadian. Dort machte er auch in 1944 seinen High School Abschluss. In Government College Lahore machte er den FSc und Bachelor of Arts.
In 1949 begann er mit dem Studium an der Jamia Ahmadiyya(Theologische Hochschule der Jamaat). Dort erwarb er in 1953 den Grad eines Schahid (arabisch:„Zeuge“, höchste Auszeichnung, die man erreichen kann) und ging für ein Studium nach England.
Dort studierte er an der School of Oriental and African Studies sowie die englische Sprache und kehrte 1957 zurück nach Rabwah, Pakistan.

Vor dem Khalifat

Nach der Teilung des Subkontinents wanderte er nach Pakistan aus. Hadhrat Mirza Tahir Ahmadra wurde 1958 Präsident des Bereiches Aufklärung(Nazim Irschad). Dieses Amt führte er bis zu seiner Wahl zum Khalifen.
Er war der Nationale Präsident der Khuddam  von 1966-1969 und später Präsident der Ansar in Pakistan. Auch dieses Amt hatte er bis zu seiner Wahl zum Khalifen inne. 1970 wurde er zum Präsident der Fazl-e-Umar Stiftung ernannt.
In 1974 war er unter der Führung von Hadhrat Khalifatul Massih IIIra Mitglied der Delegation, die vor das pakistanische Parlament geladen wurde, um die Lehren der Ahmadiyya Muslim Jamaat vorzustellen.

Während dem Khalifat

Nach dem Ableben von Hadhrat Khalifatul Massih IIIra wurde er am 10. Juni 1982 in der Mubarak Moschee in Rabwah zum Vierten Nachfolger des Verheißenen Messiasas gewählt.
Legendär ist die Mubahala(Gebetsduell) mit Zia-ul-Haq und den fanatischen Mullahs von Pakistan: 1984 erliess Zia-ul-Haq, Militärmachthaber und Diktator Pakistans, eine Verordnung, durch die den Ahmadis verboten wurde, sich „wie Muslime zu verhalten“. Sie durften ihre Gotteshäuser fortan nicht mehr Moscheen nennen und keinen Adhan zum Gebet ausrufen. Es war ihnen verboten, das islamische Glaubensbekenntnis, die Kalima zu äußern. Bei Missachtung dieses Gesetzes durften Ahmadis verurteilt und inhaftiert werden. Diese „Ordinance XX“ (Verordnung 20) wurde in die Verfassung Pakistans integriert.
Unter der grausamen Herrschaft von Zia-ul-Haq war Hazurra in Pakistan nicht mehr sicher, und die Gemeinde überzeugte ihn, dass es zum Wohle der Gemeinde besser wäre, wenn er ins Ausland ginge und von London aus die Geschichte der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat leite. Hazurra verließ deswegen 1984 Rabwah und emigrierte nach London. Als nunmehr die Ahmadis in Pakistan unter Zia-ul-Haq weiter verfolgt, misshandelt, verleumdet und ins Gefängnis geworfen wurden, rief Hazurra entsprechend dem Vorbild des Heiligen Propheten Muhammadsaw eine Mubahala (Gebetsduell) aus.
Nach einiger Zeit verkündete Hazurra in einer Freitagsansprache, dass Allah ihm mitgeteilt habe, dass Zia-ul-Haq alle Grenzen der Menschlichkeit überschritten habe und in Kürze von Allah bestraft werden würde.  Fünf Tage später kam Zia-ul-Haq, der mächtigste Mann Pakistans, der größte Feind der Ahmadiyya, derjenige, der verkündet hatte „das Krebsgeschwür der Ahmadiyya auzusrotten“, zusammen mit zahlreichen hohen Militärs bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz, ums Leben. Als wahrscheinlichste Ursache gilt nach wie vor ein Blitzeinschlag.
Unter der Leitung von Hadhrat Khalifatul Massih IVra gründete die Gemeinde einen internationalen Fernsehsender(MTA), der 24 Stunden am Tag die Botschaft des Islam in den verschiedensten Sprachen in alle Teile der Erde ausstrahlt. Seiner Anstrengung verdankt die Gemeinde das Waqf-e-Nau Programm, welches für den Nachwuchs und somit für die Zukunft der Ahmadiyya wegweisend ist.
Nach seiner Immigration nach England wurden weltweit 13.065 neue Moscheen und 985 neue Versammlungszentren errichtet. Seit 1984 ist die Jamaat ausserdem in 84 weiteren Ländern vertreten, so dass sich die Jamaat während seines Khalifats insgesamt in 175 Länder verbreitete. Am 19. April 2003 verstarb er im Alter von 75 Jahren. Möge Allah Gefallen an seiner Seele haben.

Einige Ereignisse während seines grossartigen Khalifats

1982 - Einführung des Projekts der Bajut-ul-Hamd, eine Einrichtung für Häuserbau für Waise, arme und bedürftige Menschen.
1982 - Errichtung der Majlis-e-Sehat, eine Einrichtung für die Erhaltung der Gesundheit.
1983 - Die letzte Jalsa Salana in Rabwah, Pakistan. Die Besucherzahl dieser Jalsa betrug 300 000.
1986 - Sayyadna Bilal Fond für die Hinterbliebenen der Ahmadi-Märtyrer und Gefangene
1987 - Geschenk von Kleidung des Verheißenen Messiasas an zwei Könige aus Nigeria.
1989 - Feier zum hundertjährigen Bestehen der Ahmadiyya Muslim Jamaat.
1991 - Gründung der internationalen Hilfsorganisation „Humanity First“
1991 - Reise nach Qadian anlässlich des hundertjähriges Bestehen der Jalsa Salana
1992 - Muslim TV Ahmadiyya International (MTA International) wird gegründet
1993 - Das erste internationale Baiat findet statt
2003 - Einführung des Mariam Hochzeits Fonds, einer finanziellen Unterstützung für Frauen, die kein Geld für eine Hochzeit aufbringen können.
 
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